FAQ - Vasektomie (Samenleiterunterbindung beim Mann)

Allgemeine Fragen und Antworten zur Vasektomie

Wie sicher ist die Vasektomie?

Die Sterilisation des Mannes  ist eine sehr sichere Methode.
Der Pearl Index (Versager-Quote) liegt bei 0,1. Das bedeutet, dass von 1000 Frauen innerhalb eines Jahres eine Frau trotz dieser Verhütungsmethode schwanger wird. Therapieversager sind jedoch auch bei bester Operationstechnik möglich, weswegen in jedem Falle postoperativ zwei Spermiogrammkontrollen (10 und 12 Wochen nach Vasektomie) durchgeführt werden müssen, zudem ist eine Kontrolle nach einem Jahr empfehlenswert.

Habe ich mit Schmerzen während des Eingriffes oder danach zu rechnen?

Der Eingriff wird mit lokaler Betäubung durchgeführt. Hierbei wird der kleine Hautbereich betäubt, wo die Haut dann gespreizt wird und von dieser Stelle aus dann die Samenstränge  auf jeder Seite.  Das Einspritzen mit lokaler Betäubung wird im Allgemeinen allenfalls als unangenehm empfunden, aber nicht als schmerzhaft. Der Eingriff selbst erfolgt dann schmerzfrei, ähnlich der Situation beim Zahnarzt nach „Einspritzen“ des jeweiligen Zahnes.
Nach der Behandlung können vorübergehend leichte ziehende Schmerzen bestehen, diese lassen sich aber problemlos mittels Antiphlogistika (zB. Ibuprofen) beherrschen und vergehen auch von selbst schnell wieder.  Die meisten Patienten berichten aber postoperativ nicht über nennenswerte Beschwerden.

Welche Risiken bestehen ?

Es ist möglich, dass in seltenen Fällen nach dem Eingriff ein kleiner Bluterguss (Hämatom) auftritt oder am Tag nach der OP die Haut sich an der Oberfläche bläulich verfärbt. Dies ist kein Grund zur Beunruhigung.

Eine ausführliche Beratung über die theoretisch möglichen Risiken / Komplikationen des Eingriffs erfolgt im Rahmen des Vorbereitungstermines.

Erhöht die Vasektomie mein Krebsrisiko?

Wiederholt tauchen Gerüchte auf, dass die Vasektomie zu einer erhöhten Rate an Krebs, insbesondere Prostatakrebs führen soll.
Es gibt aber KEINERLEI medizinische Daten, die diesen Verdacht je bestätigt hätten; eine Vasektomie führt also nicht zu einem erhöhten Krebsrisiko, weder im Genitalbereich, noch an anderer Stelle im Körper.

Wirkt sich die Sterilisation auf meinen Hormonstatus oder meine Potenz aus?

Nein.  Bei der Vasektomie handelt es sich um eine reine technische Unterbrechung von zwei Leitungen. Die endokrine Funktion des Hodens (also die Produktion des männlichen Geschlechtshormones Testosteron) wird in keinster Weise beeinträchtigt.
Auch auf die Potenz (also Erektionsfähigkeit des Penis) hat der Eingriff keinerlei Einfluß, die für die Erektion notwendigen Nerven und Gefässe liegen anatomisch in einer völlig anderen Region und die Hormonproduktion wird wie oben beschrieben nicht beeinträchtigt.

Stellt der Hoden die Spermienproduktion ein bzw. was passiert mit den Samenzellen?

Die Hoden stellen die Spermienproduktion nicht ein, weswegen die Vasektomie ja auch in den meisten Fällen rückgängig gemacht werden kann.  Die gebildeten Samenzellen werden im Nebenhoden gespeichert und dort dann  auch wieder von Teiles des Immunsystems abgebaut. Derartige Abbauprozesse finden im Körper auch an anderen Stellen zu jeder Zeit statt, beispielsweise bei einem Hämatom („blauer Fleck“), der mit der Zeit verschwindet.

Werden die Samenleiter nur unterbunden oder auch teilweise entfernt?

Wir führen die (Non Skalpell-) Vasektomie durch, das bedeutet wörtlich Entfernung eines (Teil-)Stückes Samenleiter, die bloße Unterbindung hieße „Vasoligatur“. 
Bei der Vasektomie werden entsprechend auf beiden Seiten Teilstücke des Samenleiters entfernt, das jeweils obere und untere Ende dann abgebunden und die Enden zusätzlich mit einer elektrischen Pinzette verödet, so daß maximale Sicherheit gewährleistet ist.

Kann man die Sterilisation rückgängig machen?

Die Vasektomie ist ein Eingriff, der grundsätzlich zu einer definitiven Unfruchtbarkeit führt.  Daher sollte die Entscheidung zu einer Vasektomie nur bei abgeschlossener Familienplanung erfolgen und sollte gut überlegt sein. Dennoch besteht die Möglichkeit trotz stattgehabter Vasektomie die Fruchtbarkeit wiederherzustellen.
Hierfür kann eine sogenannte Refertilisierungs-Operation durchgeführt werden, wobei die Samenleiterenden mikrochirurgisch wieder zusammengenäht werden.

Gelingt dies können die Samenzellen wieder in das Ejakulat gelangen und eine Befruchtung auf natürlichem Wege erfolgen. Alternativ kann eine TESE durchgeführt werde, was einer Art Hodenbiopsie entspricht, wobei dann direkt aus dem Hoden Spermien  gewonnen werden, welche eingefroren werden können. Dieses Verfahren hat eine sehr gute Erfolgschance, allerdings muß dann definitiv auch eine künstliche Befruchtung stattfinden.

Sieht das Ejakulat nach der Vasektomie anderst aus?

Nein.  90% des Ejakulates bestehen aus Prostata- und Samenblasensekret, welche „oberhalb“ der Vasektomie gebildet werden und daher unverändert bleiben. Das Fehlen von Spermien im Ejakulat ändert das Aussehen desselben für das bloße Auge nicht.

Warum und wie lange sollte nach der Sterilisation geschützter Geschlechtsverkehr erfolgen?

Nach dem Eingriff ist der Samentransport vom Hoden zur Prostata zwar sofort unterbrochen, aber die Samenspeicher, nämlich die hinter der Prostata liegenden Samenbläschen, enthalten dennoch zunächst massenhaft Spermien.  Mit der Zeit entleeren sich die Samenspeicher sukzessive, so daß üblicherweise nach etwa 10 Wochen ein Spermiogramm zur Erfolgskontrolle Sinn macht. Erst nach 2 solchen Spermiogrammen ohne Spermien im Ejakulat darf ungeschützter GV erfolgen, weil erst dann gesicherte Unfruchtbarkeit besteht.


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